HeBeS-Modell
Das HeBeS-Modell besteht aus dem Messgrössen- und dem Kennzahlen-Modell.
Das Messgrössen-Modell ist relevant für das Erheben von Daten. Es basiert auf dem EFQM-Modell und konzentriert sich seine operativen Aspekte. Die drei Pfeiler der Qualitätssicherung nach Donabedean (Struktur, Prozesse, Ergebnisse) lassen sich darin problemlos wieder finden.
Welche Art von Daten werden für das Benchmarking erhoben?
Das HeBeS-Messgrössen-Modell

Die Messgrössen müssen in der Regel zu Kennzahlen verrechnet werden, damit Vergleiche möglich sind. Das HeBeS-Kennzahlen-Modell gibt den Auswertungen die Struktur. Es basiert auf dem Modell von Balanced Scorecard.
Welche Art von Kennzahlen werden gebenchmarkt?
Das HeBeS-Kennzahlen-Modell

Bei den Prozessen werden Kennzahlen zur Wirkung, zu Menge, Qualität und Preis der Leistung sowie zu den Kosten gebildet.
Kennzahlen sind immer zu interpretieren und dürfen nie mechanisch mit dem Etikett "gut/schlecht" oder "genügend/ungenügend" versehen werden. Die Kennzahl ist nur ein Indikator, welcher auf mögliche Ursachen verweist. Diese können vielfältig sein, wie anschliessendes Beispiel aufzeigt.
Beispiel: Ein Pflegebereich arbeitet - im Verhältnis zur Pflegeintensität seiner Bewohnerinnen und Bewohner - mit einer vergleichsweise hohen Zahl von Stellenprozenten. Dies kann verschiedene Gründe haben:
- Das Heim legt Wert auf eine überdurchschnittlich intensive persönliche Betreuung.
- Die Aufenthaltsdauer der Bewohner/innen ist vergleichsweise kurz und ein überdurchschnittlicher Anteil der Zeit wird durch Ein- und Austrittsarbeiten absorbiert.
- Die Fluktuation der Mitarbeiter/innen und als Folge davon der Einarbeitungsaufwand ist überdurchschnittlich hoch.
- Der Anteil der Pflege- und Betreuungszeit an der Gesamt-Arbeitszeit ist unterdurchschnittlich, zum Beispiel weil ein Projekt mit hohem Schulungsbedarf umgesetzt wird.
- Die Grösse der Pflegewohngruppen ist suboptimal.
- Die Räumlichkeiten und Hilfsmittel sind unzweckmässig.
- Der Zeitaufwand für die Angehörigenbetreuung ist überdurchschnittlich gross, weil der Informationsfluss schlecht organisiert ist.
- ...
Zum Interpretieren der Kennzahlen kann ein Heim am Benchlearning teilnehmen, welches HeBeS jährlich zu einem Schwerpunktthema anbietet.
Die beiden amerikanischen Harvard-Professoren David P. Norton und Robert S. Kaplan haben anfangs der 90er-Jahre die Gründe erforscht, weswegen ein Betrieb in die roten Zahlen abgleitet oder sogar Konkurs anmelden muss. Dabei haben sie zwei Hauptursachen entdeckt:
- viele Betriebe werden nur über Rentabilitätskennzahlen geführt. Geht nun tatsächlich etwas schief, so zeigen diese Kennzahlen dies zu spät an. Dabei wären innerhalb des Betriebes schon lange andere Indikatoren vorhanden gewesen, die als Frühwarnung gedient hätten.
- die Strategie kann aus den folgenden 4 Gründen nicht optimal umgesetzt werden: 1.die Strategie ist so allgemein formuliert, dass keine konkreten Ziele bzw. Massnahmen daraus abgeleitet werden können; 2.den Mitarbeitern wird die Strategie nicht kommuniziert; 3.die Arbeitsprozesse sind operativ ausgerichtet und berücksichtigen die Strategie nicht; 4.das Management ist ebenfalls operativ ausgerichtet.
